Es Menschelt halt – braucht Veränderung Schmerz?

Michi Mohr alias Max Müller

"Solang nix passiert, passiert nix!"

Was der Schauspieler Max Müller in seiner Rolle als „Michi Mohr“ bei der Serie „Die Rosenheim Cops“ so treffend auf den Punkt gebracht hat, ist tatsächlich so...

Es geschieht halt nur Veränderung, wenn was passiert und wenn‘s dann echt weh tut! In der Serie war es ein Loch im Zaun, das niemand repariert hat, bis es zu einem Verbrechen kam... Aber solange eben nichts passiert, oder der Schmerz noch ertragbar ist, wird auch keine Notwendigkeit gesehen, bestehende Mängel und eingeübte Vorgehensweisen in Frage zu stellen – sei es im privaten oder geschäftlichen Kontext.

  • In der Firma ärgere ich mich über Kollegen, sammle aber erstmal „Rabattmarken“ ...
  • Das Rauchen habe ich erst dann aufgehört, als die schlechte Diagnose vom Arzt kam ...
  • Die Prozesse laufen nicht so optimal, aber das haben wir schon immer so gemacht ...
  • In meiner Beziehung nerven mich Dinge, die ich früher geliebt habe …
  • In der Familie streiten wir immer öfter über irgendwelche Kleinigkeiten …
  • Mein Job nervt mich jeden Tag, so dass ich keinen Bock mehr habe ...

Der Schmerz muss dann aber erst so groß werden, dass ich ihn nicht länger tolerieren oder ignorieren kann. Erst dann sehe ich einen Anlass meine Komfortzone zu verlassen und in eine Veränderung zu gehen (...wenn es dann hoffentlich noch nicht zu spät dafür ist).


Es menschelt halt!

Und obwohl es durchaus Sinn macht, am Schmerz etwas zu verändern, scheint allein die Absichtserklärung einen mächtigen Widerstand hervorzurufen. Und genau deshalb scheitern auch so viele Veränderungsabsichten an ihrer Umsetzung.

Es menschelt halt!

Denn leider sind die Dinge nicht immer so einfach, wie es der erste Blick erscheinen lässt. Der Sachverhalt wird umso komplexer, je mehr der Faktor „Mensch“ dazu kommt. Er ist keine Maschine und sein Verhalten auf Veränderung in einem eingespielten Ablauf kann sehr herausfordernd sein.

Mensch und sein Umfeld

Jeder Mensch ist vielschichtig und hat viele Facetten und innere Abhängigkeiten.  Das ist so vielfältig und verwoben, dass ein Veränderungswunsch an der einen Stelle, evtl. Probleme an anderen Stellen mit sich bringt. Dann entsteht ein interner Konflikt, oder gar Widerstand, gegen diese Veränderung.

Und wenn jetzt noch ein Team an Menschen in diesem Veränderungsprozess zusammen agieren sollen oder müssen, dann wird’s erst richtig spannend… 😉

Dann hört man Sprüche wie:

  • "Das ist schon wichtig - aber bitte versucht das doch erst mal in der anderen Abteilung..."
  • "Das ist jetzt nicht so einfach in meinem Bereich anzuwenden wie ihr vielleicht denkt..."
  • "Meine Erfahrung sagt, dass diese Veränderung in meinem Bereich überhaupt nix bringt..."
  • "Also in meinem Bereich, da gibt es wirklich Wichtigeres..."
Oder wie ein chinesisches Sprichwort sagt:

»Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen.«

Wir sind nun mal Nachkommen von den Vorsichtigen - Also nicht von den Neugierigen und Mutigen, die vor der Höhle nachgeschaut haben, wo der Säbelzahntiger ist, oder die Innovativen, die neue Pflanzen gegessen haben - denn die haben's leider nicht immer überlebt... Sondern wir sind eher mit denjenigen verwandt, die in der sicheren Höhle geblieben sind und nur das gegessen haben, was bekannt war... Unser Überlebens-Motto: "Schisser leben länger!"


Der Mensch ist ein Gewohnheitstier...

Die Macht der Gewohnheit ist nicht zu unterschätzen!

Deine Gewohnheit ist wie ein tief ausgefahrener Pfad, der dich nicht aus seiner Spur lässt. Sobald du versuchst das Steuer nach links oder rechts zu lenken, zieht er dich immer wieder in den alten Weg zurück. Denn wir haben ja über Generationen gelernt: "Die Ängstlichen überleben länger", also bleib in deiner Komfortzone...
Da benötigt es schon einen kräftigen Impuls, um aus dieser tief eingefahrenen Spur zu kommen. Die jetzigen Situation schmerzt, das kann dieser Impuls sein, aber eben nur, wenn der Leidensdruck größer ist, als die Gewohnheit.

Eine Veränderung ins Unbekannte schürt Ängste und kann ebenso Schmerzen verursachen. Gewohntes zu verändern, ohne vorher zu wissen was stattdessen kommt, tönt erstmal nicht erstrebenswert und kann wehtun. Aber glaube mir, den Kopf in den Sand zu stecken und keine Veränderung anzustreben, wird langfristig die größeren Schmerzen bereiten.

„Gewohnheit, Sitte und Brauch sind stärker als die Wahrheit.“

(Voltaire)


Erster Schritt zur Veränderung

Der erste Schritt bei Veränderung muss demnach nicht das Einführen von neuen Tools oder Strukturen sein. Viel wichtiger ist es, dass jede beteiligte Person, sich ihrer aktuellen Haltung bewusst wird und Ängste vor der Veränderung beim Namen nennt. Allein das erfordert schon Mut! Denn es bedeutet, dass man zuerst sich selbst hinterfragen und kritisch betrachten muss.

Auch hilft die Kenntnis über das große "warum machen wir das", damit wir uns mit der Veränderung leichter tun. Ich muss auch nicht alle in einem Boot haben, denn bis alle überzeugt sind, ist die Innovation schon wieder kalter Kaffee. Es reicht, wenn die Stakeholder identifiziert sind und die Meinungsmacher mit dabei sind, damit der Change-Prozess Fahrt aufnimmt.

Viele Neuerungen kommen, ob wir wollen oder nicht - Sie sind da, erobern die Welt und gehen auch nicht mehr weg - Da liegt es alleine in meiner persönlichen Verantwortung, ob ich mich damit auseinander setze, oder nicht.

Wem es aber gelingt, dem Großteil der Beteiligten das klar zu machen, der hat sehr gute Chancen, für sich selbst und auch sein Unternehmen, einen Entwicklungssprung zu vollziehen. Dann wird man nämlich selbst zu der Veränderung die man sich wünscht, und die wieder neue Kreise zieht. Das bedeutet in der Regel Arbeit an sich selbst. Doch das Gute daran ist: Man hat es selbst in der Hand...


Vermeidungsstrategie ist nicht unbedingt hilfreich

Männer sind oft Meister der Verdrängung - aber das macht eine Sache nicht unbedingt besser... Denn wenn du Zahnschmerzen hast, macht es keinen Sinn, nicht zum Arzt zu gehen um danach schauen zu lassen - oder ?
Deshalb macht es auch Sinn, das was uns seelisch schmerzt, zu bearbeiten, am Besten bevor der Leidensdruck zu groß wird und nach und nach immer mehr Lösungs-Alternativen verschwinden. Denn wenn ich, zum Beispiel, aus meiner Weltsicht auf die Ehe, erst dann aufwache, wenn die Post vom Anwalt auf dem Tisch liegt, wird es mit den Alternativen echt eng - Glaube mir - Ich spreche da aus Erfahrung ... 😉 😉


Veränderung vor dem Schmerz?

Wenn man das alles weiß, wäre es dann nicht sinnvoll, regelmäßig die jetzige Situation zu hinterfragen und über etwaige Veränderung nachzudenken - noch bevor der Schmerz unerträglich wird?  Bitte wartet nicht, bis der Leidensdruck zum Handeln zwingt, redet offen miteinander, sprecht die Dinge an - Kommunikation kann dabei sehr hilfreich sein 😉


Zitat-Ecke

Nicht die stärkste Spezies überlebt, auch nicht die intelligenteste, es ist diejenige, die sich am ehesten dem Wandel anpassen kann.

(Charles Darwin)

Der Mensch ist ein Schüler, Schmerz ist sein Lehrer

(Alfred de Musset)

Solang nix passiert, passiert nix!

(Max Müller alias Michi Mohr)

Sei Du selbst die Veränderung, die Du Dir wünschst für diese Welt.

(Mahatma Gandhi)

Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu lassen und gleichzeitig zu hoffen, dass sich etwas ändert.

(Albert Einstein)


Wenn Du zu dem Thema Fragen hast, oder Inspiration und Gedankenaustausch suchst, oder einen Sparringspartner möchtest, ich helfe sehr gerne... Ich begleite und unterstütze kleine und mittlere Unternehmen (KMUs) bei der Herausforderung welches eine digitale und kulturelle Transformation mit sich bringt. Mein Leitsatz dabei ist stets:
Die Organisationsentwicklung muss dem Unternehmen wirtschaftlich UND menschlich Wachstum ermöglichen.
Lasst uns ganz unverbindlich ins Gespräch kommen - Sende einfach eine Mail und ich rufe zurück ...

Soweit für heute.

MACH DAS BESTE AUS DEINEM POTENTIAL

Be blessed

Innovation braucht Macht ...


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    Dieter Schneider

    Über den Autor:

    Dieter Schneider Baujahr 61, ist glücklich verheiratet und hat 4 Kinder. Als Familie lebt er in der Nähe des Bodensee`s. Er ist Leiter von Verwaltung & Personal einer grösseren Unternehmensgruppe mit über 1000 Mitarbeitern in der Schweiz.

    Weitere Infos gibts hier